Mundgesundheit

Mundgesundheit

Bei jeder kieferorthopädischen Behandlung ist das Kariesrisiko als hoch einzustufen. Bei festen Spangen bilden Brackets zusätzliche Nischen und Anlageflächen für Bakterien, bei herausnehmbaren Apparaturen (oft als Vorbehandlung) oder Schienentherapie (Invisalign/Clear-Aligner) kann der Speichel seine Reparaturfunktion (Mineralisation des Schmelzes) nicht mehr optimal erfüllen, da er die Zähne während des Tragens der Apparaturen nicht mehr natürlich umspülen kann.

Gleichzeitig fällt eine kieferorthopädische Behandlung oft mit der Pubertät zusammen, was das Kariesrisiko an sich erhöht. Unser Anspruch ist es deshalb einen wesentlichen Beitrag zur Mundgesundheitserziehung zu leisten und Hilfestellung zu geben, damit die Zähne unserer Patienten auch über unsere Behandlung hinaus langfristig gesund bleiben.

Gesunde Zähne fördern das Wohlbefinden
und geben Selbstvertrauen im Umgang mit anderen.

Wir möchten unsere Patienten dahingehend unterstützen und haben daher ein sehr strukturiertes Prophylaxeprogramm entwickelt, das sich in unterschiedliche Module gliedert, je nach Handlungsbedarf und Behandlungsphase. Außerdem werden während der Behandlung immer wieder wichtige Themen wie Putztechnik, Putzsystematik, zusätzliche Fluoridierungsmaßnahmen, Pflege während der festen Spange, in der Retentionszeit…angesprochen.

Bei Erstellen der Anfangsdiagnostik beurteilen wir die Mundhygiene unserer Patienten sehr genau. Sind mehr als ¼ aller Zähne mit Plaque belegt, kann leider noch keine kieferorthopädische Behandlung ohne Risiko für die Zähne begonnen werden.

Modul 1 (Spezialtraining vor der kieferorthopädischen Behandlung)
Wir bieten vorab ein spezielles Mundhygieneprogramm an. Im Laufe von vier halbstündigen Sitzungen soll die Mundhygiene so verbessert werden, so dass ohne Bedenken eine Behandlung begonnen werden kann. In jeder Sitzung wird interaktiv ein spezielles Thema (z.B. Ernährung, Getränke, Speichel, Zahnpasta…) besprochen sowie die praktische Umsetzung von Putztechnik und Systematik angeleitet und geübt. In der letzten Sitzung wird zusätzlich eine Zahnreinigung durchgeführt. Bei dem anschließenden Kontrolltermin durch den Arzt sollten nicht mehr als 25% aller Zähne Beläge aufweisen. Wird dieses Ziel nicht erreicht, können wir leider – wenn überhaupt – nur eine herausnehmbare Behandlung (zum Schutz der Zähne) in Betracht ziehen.

Modul 2 (Zwischenkontrollen während der kieferorthopädischen Behandlung)
Hat sich die Mundhygiene zufriedenstellend verbessert, starten wir mit der Behandlung. Jedes Mal, wenn der Patient zu seinem Kontrolltermin kommt (unabhängig von Behandlungsphase und Apparatur), wird die Mundhygiene von uns beurteilt. Wir setzen dann im Karteiblatt smileys entsprechender Farbe (rot = schlecht/ orange = mittel/ grün = gut). Bei einem roten oder zwei orangenen in Folge muss der Patient zu zwei Mundhygienezwischenkontrollen kommen (es gibt mehrere Tage zur Auswahl). Diese Kontrollen sind ein Service unserer Praxis und werden nicht privat in Rechnung gestellt.

Modul 3 ( Mundhygiene-Check vor der fester Spange/Schienen)
Bei den meisten Patienten erfolgt eine kurze Vorbehandlung mit einer herausnehmbaren Apparatur. Die Weiterbehandlung wird entweder mit fester Spange oder einer Schienentherapie durchgeführt. In einem Mundhygiene-Check vor geplanter Umstellung der Therapie wird beurteilt, ob der Patient fit für die Weiterbehandlung ist. Wenn nicht, wird er erneut für Zwischenkontrollen (s. Modul 2) eingeladen. Auch dieses sehen wir als Service an.

Modul 4 (Zahnreinigungen während der festen Spange/Schienen)
Während der oben genannten Behandlungsphase führen wir regelmäßige kieferorthopädische Zahnreinigungen (KZR) durch, die Anzahl entscheidet sich je nach Länge der geplanten kieferorthopädischen Behandlung. Bei Patienten mit fester Zahnspange werden in einer einstündigen Sitzung alle Zähne einschließlich der Brackets mit Airflow gereinigt. Anschließend wird ein spezieller Lack (Cervitec) aufgetragen, der das Bakterienwachstum hemmt. Abschließend wird natürlich noch fluoridiert. Probleme bezgl. des Putzens werden ausführlich angesprochen und Hilfestellung geleistet. Bei Schienenbehandlungen werden regelmäßige 30-minütige Zahnreinigungen (leichtere Reinigung der Zähne und daher weniger Zeit nötig) einschließlich Motivationskontrollen durchgeführt.

Modul 5 (Nachhaltigkeit der erfolgten Behandlung)
In der sog. Retentionsphase (ein Jahr folgend nach aktiver Behandlung) werden zwei halbstündige Termine eingeplant, der erste nach 3-4 Monaten, der zweite am Ende der Behandlung. Dabei sind vorrangig Themen interessant und werden nochmals vertieft, die mit der Pflege der festsitzenden Haltedrähte und der Zahnzwischenraumhygiene zu tun haben. Die Patienten werden ausführlich angeleitet, wie sie diese am besten reinigen. Sofern vorhanden, wird Zahnstein entfernt, die Zähne werden poliert und fluoridiert.

Die Zahnbürste

Das edle Instrument wird oft benutzt,
wenn man regelmäßig putzt.
Sind vier Wochen dann verstrichen,
ist die Schönheit schnell verblichen.
Die Borsten werden krumm und schäpp,
Bakterien tanzen einen Rap.
Dann werft die alte weg ganz ohne Reue,
nehmt jeden Monat eine schöne neue.
Und kommt auch nicht ins Wanken,
Zähne und Zahnfleisch werden’s Euch danken.