Reiner Textbeitrag zu „Wissen“

Reiner Textbeitrag zu „Wissen“
9. Juni 2015 mykie Praxis

In Europa (Deutschland?) haben 80% aller Kinder schiefe Zähne. Obwohl sich die Symptome schon sehr früh etwa ab dem 3. Lebensjahr zeigen können, empfehlen Zahnärzte normalerweise abzuwarten, bis das Kind älter ist, um dann mit festen Zahnspangen und ggf. mit der Entfernung von Zähnen zu behandeln. Meist wird die Behandlung verschoben, bis das Kind etwa 12–14 Jahre alt ist. Dann aber sind oft schon schwerwiegende Zahn- und Kieferfehlstellungen entstanden, die eine aufwändige und lange Korrektur benötigen. Außerdem wissen wir alle, dass das Problem damit nicht dauerhaft gelöst ist, denn sobald die Zahnspange entfernt wird, kommt es fast mit Sicherheit zu einem Rückfall und die Zähne verschieben sich wieder (außer die Zähne werden lebenslang mit einer Nachtspange oder einem geklebten Drahtretainer festgehalten).

Zahnengstände treten aber nicht ohne Grund auf, sondern sind sowohl ein Symptom als auch ein Alarmsignal dafür, dass sich Kiefer und Gesicht des Kindes nicht regelgerecht entwickeln. Durch die über 25-jährige intensive Forschungsarbeit hat Myofunctional Research Co. (MRC) belegt, weshalb so viele Kinder schiefe Zähne aufweisen. Verantwortlich hierfür sind hauptsächlich schlechte orale Angewohnheiten (myofunktionelle Fehlfunktionen), vor allem Mundatmung und falsches Schlucken, in Kombination mit den Kräften von Zunge, Wangen und Lippen. Um zu verhindern, dass es später im Leben zu schwerwiegenderen Problemen (ungenügende Entwicklung der Kiefer und des Gesichtes -> verkleinerte Atemwege -> Schnarchen etc.) kommt, können und sollten diese schlechten Gewohnheiten so früh wie möglich behandelt werden. Die frühe Behandlung kann zudem Ergebnisse erzielen, die nicht mehr möglich sind, wenn das Wachstum des Gesichts und der Kiefer einmal abgeschlossen sind.

Auf dieser wissenschaftlichen Grundlage arbeiten wir vor allem bei der kieferorthopädischen Frühbehandlung mit einem  ganzheitlichen Ansatz. Die hochmodernen Apparaturen (Übungsschienen, anderes Wort??) korrigieren schädliche myofunktionelle Gewohnheiten bei Kindern im Wachstum und verbessern die Entwicklung von Zähnen und Gesicht.

Hierdurch können kieferorthopädische Probleme viel früher korrigiert werden als mit herkömmlichen Behandlungsmethoden – und das zumeist ohne feste Zahnspange und ohne Zähne zu ziehen, denn wenn ein Zahn Platz im Kiefer hat und keine unphysiologischen Kräfte wie z.B. eine falsche Zungenfunktion auf ihn einwirken, wird er gerade wachsen.

Ebenso wichtig ist, dass durch die Verbreiterung des Oberkiefers ein nach vorne Wachsen des Unterkiefers und dadurch eine Weitung der Atemwege stattfindet – bewiesener Maßen eine Schnarchprophylaxe und damit ein wichtiger Beitrag für die langfristige Gesundheit ihres Kindes.

  • Die wichtigsten Unterschiede zu einer herkömmlichen kieferorthopädischen Behandlung sind damit:
  • Frühzeitiger Behandlungsbeginn, also sobald die ersten Symptome sichtbar werden und die Mitarbeit des Kindes eine Behandlung ermöglicht.
  • Die Ursachen der Fehlentwicklung werden behoben und die Kiefer eventuell verbreitert. Damit wird ein regelrechtes Gesichts- und Kieferwachstum ermöglicht und Platz für alle Zähne geschaffen.
  • Es geht nicht primär um das Begradigen von Zähnen, sondern um eine harmonische Gesichtsentwicklung (mit schönem Profil), die das Wachstumspotential des Kindes voll ausnutzt und vor allem auch die langfristige allgemeine Gesundheit des Kindes im Blick hat (ganzheitliche Behandlung).
  • Möglichst Vermeiden einer feste Zahnspange mit Brackets und den damit einhergehenden Problemen (Entkalkungen bei schlechter Mundhygiene etc.)
  • Die Behandlung dauert länger, vor allem wenn Fehlfunktionen sehr hartnäckig sind. Wenn mit der Behandlung aber sehr früh begonnen werden kann, wird über lange Zeit die Zahnentwicklung nur beobachtet und die Myobrace-Trainingsgeräte nachts zum weiteren Festigen der nun richtigen Mundfunktionen getragen.